Das kommende Semester ist mein 5., d. h. ich kann dir noch nicht soo viel erzählen.
Wie es an anderen Unis ist, weiß ich nicht, aber im Prinzip sind alle Veranstaltungen festgelegt, d. h. du hast keine Wahlmöglichkeiten. Das einzige, wo ich bisher Wahlmöglichkeiten hatte, waren die Softskills. Da gibt es einiges zur Auswahl. Man kann sich mit Sicherheit auch Seminare o. ä. anrechnen lassen, die man an der LMU absolviert. Da gibt es also jede Menge Freiheiten. Viele haben einen Sprachkurs gemacht, z. B. englisch, italienisch oder sogar chinesisch. Aber wie gesagt, das sind bisher die einzigen Freiheiten, die ich hatte.
In den beiden ersten Semestern hat man die sog. Grundlagen- und Orientierungsprüfungen (GOP). Dort muss man alle Prüfungen bestehen, wobei man immer nur zwei Versuche hat. Es gibt inzwischen aber eine neue Regelung, die besagt, dass man in einem Fach eine mündliche Prüfung machen darf, falls man beide Klausuren in diesem Fach nicht bestanden hat. Besteht man die mündliche Prüfung, so bekommt man als Note 4,0 (also gerade so bestanden), sonst ist man weg. Es gibt allgemein (auch nach den GOP) auch nicht die Möglichkeit, sich in der Nachholklausur zu verbessern, d. h. wenn man die erste Klausur besteht, darf man nicht die zweite Klausur mitschreiben.
Das sind strenge Regeln, die es an der LMU so nicht gibt. Wir haben beim Hausaufgabenmachen auch schon oft darüber diskutiert, wo die Vor- und Nachteile davon sind. Es gab auch ein paar Leute, die sich gedacht haben, dass es an der LMU viel besser ist, weil man da nicht so sehr unter Druck steht und daraufhin die Uni gewechselt haben. Einen großen Vorteil, den wir darin sehen, ist, dass man gleich am Anfang heraus geprüft wird, wenn man fürs Studium nicht gut geeignet ist. Es kann nämlich durchaus sein, dass man irgendwann im 4. oder 5. Semester nicht mehr zurecht kommt und das Studium abbrechen muss. Ich kann jedoch sagen, dass bei uns die Leute größtenteils in den beiden ersten Semestern wegfallen und dann dabei bleiben. Die ersten beiden Semester sind ohnehin die schwersten. Wenn man die geschafft hat, dann schafft man den Rest auch, wobei ich bisher nur für das 3. und 4. Semester sprechen kann.
Ich glaube, man kann eine letzte Notbremse ziehen, wenn man merkt, dass man die Prüfungen nicht bestehen wird und die Uni wechseln (meistens fällt da natürlich die Wahl auf die LMU). Wenn man nämlich im Studium versagt (also die GOP nicht besteht), dann ist es vorbei und man darf in Deutschland nicht mehr Physik studieren.
Aber diese harten Regeln an der TUM sind bestimmt auch ein Grund dafür, dass die TUM ein hohes Ansehen hat
Zum Übungsbetrieb und den Tutorgruppen: Die Tutoren werden teilweise aus Studiengebühren, weshalb meistens viele Gruppen zur Auswahl stehen. Es gibt natürlich Gruppen, die ziemlich voll sind. Aber beispielsweise hatte ich dieses Semester in theoretischer Physik Einzelstunden, weil ich der einzige war, der sich für diese eine Gruppe angemeldet hat
Ich weiß nicht, wie das an der LMU mit Praktika ist. Die Fakultät für Physik der TUM ist im Forschunggelände in Garching, was es ermöglicht, Versuche in den Forschungseinrichtungen zu machen. Ich darf dort in den beiden nächsten Semestern Versuche machen und ich bin schon gespannt, wie das wohl wird.
So, das war nur mal ein kleiner "Einblick". Falls du noch Fragen hast, nur zu.
Ach ja, mein Eindruck vom Studium an der TUM ist sehr gut, auch wenn man anfangs etwas unter Druck gesetzt wird wegen den GOP. Da ich bisher nie Probleme beim Bestehen der Prüfungen hatte, ist das für mich nicht so schlimm.